Für Eltern
Warum Kinder mit Gaumenspalte oder kraniofazialen Syndromen oft Hörprobleme haben – und was hilft.
Kinder mit Gaumenspalte oder bestimmten kraniofazialen Syndromen haben häufiger Probleme mit den Ohren – vor allem einen Paukenerguss (Flüssigkeit hinter dem Trommelfell), der das Hören vorübergehend dämpfen kann. Regelmässige Hörkontrollen sind deshalb wichtig, weil gutes Hören die Sprachentwicklung unterstützt. Viele dieser Probleme lassen sich gut behandeln.
Das Mittelohr wird über die sogenannte Ohrtrompete (Eustachische Röhre) belüftet. Bei einer Gaumenspalte funktioniert die Muskulatur, die diese Röhre öffnet, oft nicht optimal. Dadurch staut sich häufig Flüssigkeit im Mittelohr – ein Paukenerguss.
Ein Paukenerguss ist meist nicht schmerzhaft, kann das Hören aber vorübergehend dämpfen. Weil gutes Hören in den ersten Lebensjahren für die Sprachentwicklung wichtig ist, wird das Gehör bei Kindern mit Spaltbildung in der Regel engmaschig kontrolliert.
Bei manchen kraniofazialen Syndromen können zusätzlich die Gehörknöchelchen, der Gehörgang oder die Ohrmuschel anders angelegt sein. Das betrifft besonders Kinder mit hemifazialer Mikrosomie oder Treacher-Collins-Syndrom.
Ein Paukenerguss verschwindet häufig von selbst. Hält er an und beeinträchtigt das Hören, kann das Behandlungsteam kleine Belüftungsröhrchen (Paukenröhrchen) vorschlagen, die oft im Rahmen einer ohnehin geplanten Operation eingesetzt werden. Ob und wann das sinnvoll ist, entscheidet das HNO- und Behandlungsteam individuell.
Wenn das Hören dauerhaft eingeschränkt ist, gibt es verschiedene Möglichkeiten der Unterstützung. Bei einer Schallleitungsstörung – etwa wenn der Gehörgang eng oder nicht angelegt ist – kann ein knochenverankertes oder auf der Haut getragenes Hörsystem (z. B. BAHA) infrage kommen. Welche Lösung passt, hängt vom individuellen Befund ab und wird im spezialisierten Team besprochen.
Wenn Ihr Kind auf Geräusche schlechter reagiert, in der Sprachentwicklung stockt, häufig sehr laut spricht oder den Fernseher sehr laut stellt, sprechen Sie das Behandlungsteam oder die HNO-Ärztin / den HNO-Arzt an. Eine Hörabklärung schafft Klarheit.
Dass Kinder mit Gaumenspalte häufiger Paukenergüsse und vorübergehende Hörminderungen haben und dass regelmässige Hörkontrollen sinnvoll sind, ist breit anerkannt.
Ob Paukenröhrchen routinemässig oder nur bei anhaltendem Erguss eingesetzt werden, wird zwischen Zentren unterschiedlich gehandhabt.
Der langfristige Nutzen einer frühen, routinemässigen Röhrchen-Einlage im Vergleich zu einem abwartenden Vorgehen wird wissenschaftlich weiter untersucht.
Wir beraten Eltern und Fachpersonen – vertraulich und in Ihrer Sprache.
Kontakt aufnehmenBei einer Gaumenspalte arbeitet die Muskulatur, die die Ohrtrompete öffnet, häufig nicht optimal. Dadurch wird das Mittelohr schlechter belüftet und es sammelt sich oft Flüssigkeit an (Paukenerguss), was das Hören vorübergehend dämpfen kann. Regelmässige Hörkontrollen werden empfohlen.
Ein Paukenerguss ist Flüssigkeit hinter dem Trommelfell. Er ist meist nicht schmerzhaft und verschwindet oft von selbst, kann das Hören aber zeitweise mindern. Hält er an, kann das Behandlungsteam Belüftungsröhrchen erwägen. Die Entscheidung erfolgt individuell.
Nicht unbedingt. Viele Hörminderungen sind vorübergehend. Ist das Hören dauerhaft eingeschränkt, gibt es je nach Befund verschiedene Unterstützungen, von Paukenröhrchen bis zu speziellen Hörsystemen. Was passt, klärt das spezialisierte Team.
Das legt das Behandlungsteam individuell fest. Bei Kindern mit Spaltbildung oder kraniofazialen Syndromen sind regelmässige, altersgerechte Hörtests üblich, um die Sprachentwicklung zu unterstützen.