Operative Verfahren
Minimalinvasives Verfahren bei Sagittalnahtsynostose – implantierte Titanfedern nutzen das Schädelwachstum aktiv.
Die Spring-assistierte Kraniotomie (Spring-Osteotomie, SASC) ist ein minimalinvasives Verfahren zur Behandlung der Sagittalnahtsynostose. In einem kleinen Eingriff wird die vorzeitig verschlossene Naht geöffnet und unmittelbar danach werden zwei elastische Titanfedern implantiert. Diese erzeugen einen kontinuierlichen Spreizungsdruck und nutzen das schnelle Schädelwachstum des Säuglings aktiv, um den Schädelquerschnitt schrittweise zur normalen ovalen Form zu bringen.
Nach Erreichen der Zielkorrektur werden die Federn in einem zweiten kleinen Eingriff entfernt.
Über zwei kleine Inzisionen wird die verknöcherte Sagittalnaht entfernt (Strip-Kraniektomie). Durch dieselben Zugänge werden zwei Titanfedern symmetrisch beidseits der Mittellinie eingesetzt. OP-Dauer: ca. 1–1,5 Stunden; postoperativer Intensivaufenthalt meist nur 24 Stunden oder kürzer. Nach 4–6 Monaten werden die Federn in einem zweiten kurzen Eingriff entfernt.
| Spring-Osteotomie | Offene CVR | |
|---|---|---|
| Alter | 3–6 Monate | 6–12 Monate |
| Zugänge | 2 kleine Schnitte | Bikanonal |
| Blutverlust | Gering | Höher (Transfusion häufig) |
| Anzahl Eingriffe | 2 (Einsetzen + Entfernen) | 1 |
| Formkontrolle | Federn + Wachstum | Vollständig chirurgisch |
| Komplexe Formen | Eingeschränkt | Besser geeignet |
Studien zeigen vergleichbare morphologische Ergebnisse zwischen Spring-Osteotomie und offener CVR bei Sagittalnahtsynostosen, bei deutlich geringerem Blutverlust und kürzerer Intensivzeit. Die Technik erfordert Erfahrung in der Federpositionierung und ein konsequentes Verlaufskontrolle-Protokoll.
Nach dem Öffnen der betroffenen Naht werden Federn eingesetzt, die den Schädel über Wochen sanft in die gewünschte Form bringen. In einem zweiten kleinen Eingriff werden die Federn wieder entfernt.
Es kommt bei bestimmten Formen und Altersgruppen infrage. Die Eignung wird individuell im spezialisierten Zentrum beurteilt.