Operative Verfahren
Simultane Vorverlagerung von Stirn-Orbita-Region und Mittelgesicht als ein Block – der umfangreichste kraniofaziale Eingriff.
Die Monobloc-Distraktion ist der komplexeste kraniofaziale Eingriff. Sie kombiniert das fronto-orbitale Advancement (FOA) und die Le-Fort-III-Osteotomie in einem einzigen Verfahren: Stirnbein, Orbitarand und gesamtes Mittelgesicht werden als zusammenhängender Block (en bloc) von der Schädelbasis getrennt und über Wochen gemeinsam nach vorne distrahiert.
Der Monobloc ist Fällen vorbehalten, bei denen beide Regionen — Stirn/Orbita und Mittelgesicht — gleichzeitig behandelt werden müssen:
Der Monobloc bietet die beste Möglichkeit zur Herstellung einer harmonischen Gesichtsprojektion in einem Schritt. Nachteil: aufwendiger, mehr Planung, höherer Blutverlust und längere Intensivzeit — nur an erfahrenen Zentren durchführbar.
Bei Apert-Syndrom wird häufig die LF2ZR-Osteotomie (Le-Fort-II mit Zygoma-Repositionierung) bevorzugt, die das zentrale Mittelgesicht stärker vorverlegt als die klassische LF3.
Virtuelles chirurgisches Planning (VSP) mit CT-3D-Rekonstruktion ist obligat. Anästhesiologisch ist eine aufwendige Vorbereitung nötig (schwieriger Atemweg, Transfusionsplanung). OP-Dauer: ca. 6–8 Stunden; Intensivaufenthalt von mehreren Tagen. Distraktionsphase und Retention analog zur Le-Fort-III-Distraktion.
Übersicht · Le-Fort-III-Distraktion · FOA · Apert · Crouzon
Dabei werden Stirn und Mittelgesicht als Einheit nach vorne verlagert. Der Eingriff kann bei bestimmten syndromalen Formen Atmung und Augenschutz verbessern und wird individuell im Team geplant.
Die Indikation hängt von Diagnose, Befund und Beschwerden ab und wird in einem spezialisierten Zentrum sorgfältig geprüft.